9.066 Euro für die unabhängige und gentechnikfreie Ökozüchtung

Was sucht ein Rettich im Kohlrabi?

Was sehen Sie, wenn Sie einen ganz gewöhnlichen Kohlrabi aufschneiden? Kohlrabi – natürlich!? Könnten wir einen Blick in eine seiner Zellen werfen, würden wir möglicherweise überraschendes entdecken: Einen japanischen Rettich, besser gesagt, Zellbestandteile des Rettichs. Was die im Kohlrabi zu suchen haben? Eigentlich nichts.

CMS-Technik - Was wird da gemacht?

Der Rettich hat es mit Hilfe der sogenannten CMS-Technik bis zur Kohlrabi-Basis geschafft. Dabei werden im Labor Bestandteile einer Rettich-Zelle mit einer Kohlrabi-Zelle verschmolzen. Wozu? Rettich bildet von Natur aus keine fruchtbaren, männlichen Pollen (er ist „cytoplasmatisch männlich steril“ = CMS). Durch die Vereinigung von Rettich- und Kohlrabi-Zelle werden die daraus hervorgehenden Kohlrabi-Pflanzen ebenfalls männlich unfruchtbar. Die beim zweigeschlechtlichen Kohlrabi mögliche Selbstbefruchtung wird so verhindert.

Gentechnik durch die Hintertür?

Rein rechtlich gilt die CMS-Methode nicht als Gentechnik. Im Biolandbau wird der manipulierende Eingriff in das Erbgut der Pflanzen dennoch kritisch und als „gentechnik-nah“ gesehen. Bio-Verbände wie Bioland, Demeter und Naturland haben den Einsatz von CMS-Saatgut sogar verboten. Doch Alternativen sind rar. Viele moderne Kohlsorten wurden konventionell und mit dem Einsatz von CMS gezüchtet.

Damit sich das ändert, entwickeln Öko-ZüchterInnen des Kultursaat e.V. CMS-freie Sorten, die zugleich an den ökologischen Anbau ohne chemisch-synthetische Spritz- und Düngemittel angepasst sind. 

Mit unserer Frühlingsaktion in den Biomärkten unterstützten wir den Kultursaat e.V. mit insgesamt 9.066 €.

www.kultursaat.org