SATIVA RHEINAU AG

MIT VEREINTEN GÄRTEN


BIO FÄNGT BEIM SAATGUT AN
Amadeus Zschunke, Geschäftsführer der Sativa Rheinau AG sowie Projektleiter von „Mit vereinten Gärten“ und sein Team gehören zu den Finalisten der BioMarkt-Förderpatenschaft 2019. In einem Interview stellt er uns das Konzept kurz vor.

„MIT VEREINTEN GÄRTEN“ – WAS IST DAS?

Wir wollen mit ca. 1.000 Salatanbauern in Mitteleuropa neue biologische und resistente Sorten entwickeln, die über viele Jahre anbauwürdig sind. Wir sind überzeugt, dass langfristig alle im Bioanbau verwendeten Sorten unter Biobedingungen und mit biokompatiblen Methoden entwickelt werden sollten.

FÜR WELCHE PROBLEME BIETEN SIE EINE LÖSUNG?
Wir wollen Biobauern von konventionellen Züchtungen unabhängig machen Beim Salat ist der Biolandbau noch stark auf die konventionelle Züchtung angewiesen. Zum einen, weil es (fast) keine Biozüchtung gibt. Zum anderen entsprechen viele alte Sorten nicht mehr den heutigen Verbrauchererwartungen. Insofern wird „Mit vereinten Gärten“ eine große Lücke füllen.

Wir entwickeln neue, nachhaltigere Bio-Salatsorten
Die konventionelle Züchtung entwickelt laufend neue Sorten mit Resistenzen gegen die schlimmste Salatkrankheit, den Mehltau. Aufgrund der großen Virulenz des Pilzerregers sind diese meist nur 1 - 3 Jahre auf dem Markt, was nicht gerade nachhaltig ist. Noch bleibt den Bioanbauern nichts anderes übrig, als im sich rasch drehenden Sortenkarussel mit zu fahren und diese Saaten zu kaufen.

Wir könnten jedoch Bio-Kreuzungen entwickeln, die ebenso über eine allgemeine Widerstandsfähigkeit gegen Mehltau verfügen, wie es z.B. der Laibacher Eis-Salat ist. In der Regel kommt es zwar auch hier zum Befall aber er breitet sich deutlich langsamer aus. Die Salatanbauer haben also keine Resistenzgarantie, sie können aber doch noch eine akzeptable Menge Salat ernten und vermarkten.

Wir sagen Nein zu Patenten auf Pflanzen
Bei den neuen Salatsorten, die der konventionelle Markt bietet, bestehen zunehmend auch Patentansprüche. Unser Saatgut soll hingegen nicht nur für den biologischen Anbau geeignet sein, sondern auch frei von Patenten bleiben.

WELCHEN MEHRWERT BIETET „MIT VEREINTEN GÄRTEN“?
Als Biozüchter bilden wir zusammen mit den beteiligten Salatanbauern eine Art Gemeinschaft. Züchtung wird damit eine öffentliche Sache und das ist das Gegenteil von dem, zu dem sich die konventionelle Züchtung hin entwickelt: eine hochspezialisierte Wissenschaft für wenige Experten, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit, vielfach im Labor und zunehmend durch Patente geschützt, stattfindet. Immer weniger Akteure bestimmen, was die Mehrheit isst!

WAS IST IHRE PERSÖNLICHE LIEBLINGSSORTE SALAT?
Am liebsten sind mir rote Bataviasalate. Die haben einen guten Geschmack, sind knackig, aber nicht zu hart. Dadurch, dass sie außen rot und innen grün sind, sehen sie auch in der Salatschüssel schön aus. Ich bevorzuge italienische Salatsauce und deshalb ist ein gutes Olivenöl sehr wichtig!

Mehr Informationen finden Sie unter: www.mit-vereinten-gaerten.org und www.sativa-rheinau.ch