INITIAL E.V.

DER SOZIALE GARTEN
DOPPELT GUTE ZIELSETZUNG


Max Breitzler und sein Team gehören zu den fünf Finalisten der BioMarkt-Förderpatenschaft 2019. Das Projekt „Der soziale Garten“ stellt uns Herr Breitzler im folgenden Interview vor.

WAS MACHT DEN SOZIALEN GARTEN AUS?

Unser Ansatz ist in dieser Form bundesweit einzigartig. Er besteht darin, Langzeitarbeitslose mit erheblichen persönlichen Problemen, vor allem Personen mit Suchtproblematik, zu helfen. Durch das Erleben eigenen kreativen Schaffens in der Natur, können sie sich diese wieder an eine Tagesstruktur gewöhnen und lernen, sich gesünder zu ernähren. Aktuell bieten wir 35 Menschen für jeweils 6 Monate eine Beschäftigungsmöglichkeit. Die Ernte wird an soziale Einrichtungen verschenkt. Die Teilnehmenden tun also für sich und für andere etwas Gutes.

WIE IST DAS PROJEKT ENTSTANDEN?
Die Idee dazu hatten wir 2007. Hier in Karlsruhe gab es damals kein sinngebendes und zugleich niederschwelliges Angebot für akut suchtkranke Menschen. Wir erhielten viele Coachingaufträge und uns wurde bewusst, dass eine tagesstrukturierende Beschäftigung auch für sie hilfreich wäre. Sie müsste nur ohne Druck und doch mit ein wenig Verantwortung für etwas Lebendiges (die Pflanzen) gestaltet werden.

WIE VERLÄUFT EIN TYPISCHER TAG IM SOZIALEN GARTEN?

Von Montag bis Freitag wird in bis zu drei Schichten für max. 6 Stunden gearbeitet. Im Sommer gibt es auch an Wochenenden Gießdienste. Die konkreten Aufgabenbereiche der einzelnen Teilnehmer kristallisieren sich meistens schnell heraus. Der Eine ist feinmotorisch begabter und kann z.B. Pikierarbeiten erledigen. Der Andere ist technisch geschickter und für Reparaturen an unseren Transporträdern zuständig. Wieder andere kümmern sich um Setz-, Pflanz- und Beetarbeiten. Wir bauen allein schon ca. 60 verschiedene Tomatensorten an. Paprika, Auberginen, Ingwer, Kräuter, Kartoffeln und Möhren sind nur eine kleine Auswahl dessen, was hier wächst: In diesem Jahr sind es über 350 verschiedene Pflanzenarten. Alles ohne Chemie und Maschineneinsatz, versteht sich.

WARUM IST DER SOZIALE GARTEN FÜR KINDER BESONDERS WICHTIG?

Besuchertermine sind grundsätzlich wichtig, da die Teilnehmenden hierdurch eine große Aufwertung erfahren. Kitas und Schulklassen sind schon immer gern gekommen. Bis zu fünf Gruppen könnten regelmäßig in ihrem eigenen Anbaugebiet arbeiten. Pädagogisch ist diese Erfahrung essenziell: Was Kinder in den ersten Lebensjahren erfahren und lernen, beeinflusst sie ein ganzes Leben lang in ihrer Lebensführung.

WANN WERDEN SIE IHR VORHABEN ALS ERFOLGREICH BEZEICHNEN KÖNNEN?

Wenn wir unseren Ökolandbau auf 8.000 Quadratmetern ausbauen und für sozial schwache Schichten erschließen. Idealerweise sollen Kinder und Jugendliche vermehrt mit einbezogen werden. Es ist ihr Recht, die Natur und den Wert gesunder Lebensmittel früh zu erleben. Wir wollen unseren Betrag dazu leisten und ihnen zeigen, wie die Pflanzen in die Erde kommen, wie sie gepflegt und geerntet werden.

Mehr Informationen bekommen Sie unter: sozialer-garten.initial-karlsruhe.de