Perspektive Landwirtschaft - Die Hofbörse

Das Netzwerk Existenzgründung in der Landwirtschaft (NEL) aus Österreich bewirbt sich mit dem Projekt „Perspektive in der Landwirtschaft - Pilotphase Hofbörse“ für die BioMarkt-Förderpatenschaft 2018. Das Vorhaben stellt uns Isabella Lang vor. Sie ist eine der GründerInnen des NEL und Studentin an der Universität für Bodenkultur in Wien.

Ihr wollt die Existenzgründung in der Landwirtschaft vorantreiben. Warum ist Euch das wichtig und wie geht Ihr vor?
„In Österreich geben immer mehr landwirtschaftliche Betriebe auf. Gleichzeitig gibt es aber auch vermehrt Menschen, die sich, ohne selbst von einem Hof zu kommen, ein Leben als Bäuerin und Bauer vorstellen können. Deshalb wollen wir ein Netzwerk aufbauen und planen eine Internetplattform, die sogenannten Hofbörse. Dort können sich Hofsuchende und Hofübergebende finden und gleichzeitig über den Prozess einer Hofübergabe informieren.“

Zusätzlich zur Hofbörse plant das NEL Infoveranstaltungen in den verschiedenen, österreichischen Bundesländern und arbeitet u.a. mit der europäischen Initiative „Access to land“, mit dem Lebensmittelministerium und den österreichischen Landwirtschaftskammern zusammen.

Welche Herausforderungen bringt eine  Hofübergabe mit sich?
„Eine Hofübergabe ist mit viel Arbeit verbunden. Oft ist es ein langer Weg bis die richtigen Menschen zusammenkommen und die Übergabe geschafft ist. Es gibt rechtliche Hürden. Zugleich muss bei den neuen Bäuerinnen und Bauern beispielsweise auch genügend Know-How für die Führung eines Betriebes vorhanden sein.“

Wie ist Eure Projektidee entstanden?
„Wir hatten alle den Wunsch, später mal einen eigenen Betrieb zu bewirtschaften. Wir merkten aber schnell, wie schwierig es ist einen Hof zu finden, wenn man nicht selbst aus der Landwirtschaft kommt“, erzählt Isabella Lang. Überzeugt vom Ökolandbau und dessen Potential, jungen Menschen in der Landwirtschaft wieder eine Perspektive zu bieten, gründeten sie das Netzwerk Existenzgründung in der Landwirtschaft.  

Was hat Sie  persönlich motiviert aktiv zu werden?
„Ich komme aus einem kleinen Dorf. Dort hat sich in den letzten Jahren sehr viel verändert. Junge Leute wandern in die Stadt ab, viele Bauern müssen ihre Höfe aufgeben, weil es sich nicht mehr lohnt oder sie keine Nachfolger finden. Ich finde diese Entwicklung sehr schade und es ist mir ein Anliegen, bäuerliche Familienbetriebe zu unterstützen und zu fördern. Wir müssen das Bauerntum wieder stärken, Menschen eine Perspektive im ländlichen Raum aufzeigen und gleichzeitig nachhaltige Landwirtschaft betreiben, um qualitativ hochwertige Produkte für unsere Ernährung herstellen zu können“.

https://existenzgruendunglandwirtschaft.wordpress.com