Bauernstaffel Hofübergabe

Das Öko-Junglandwirte-Netzwerk bewirbt sich mit dem Projekt „Bauernstaffel Hofübergabe“ für die BioMarkt-Förderpatenschaft 2018.

Neue Perspektiven für Jung & Alt „Wie geht es mit meinem Hof weiter?“

Diese essentielle Frage stellt sich allen selbstständigen Bauern und Bäuerinnen spätestens dann, wenn die Rentenzeit in greifbare Nähe rückt. Wollen die eigenen Kinder nicht in die Landwirtschaft einsteigen, beginnt die Suche nach passenden Menschen, die den Hof „außerfamiliär“ weiterführen. Kein einfacher Prozess, denn schließlich geht es nicht nur um die Übergabe eines Betriebes in unternehmerisch erfahrene Hände, sondern es wechselt auch ein „Lebenswerk“ den Verantwortlichen. Dem gegenüber stehen eine Vielzahl von jungen LandwirtInnen, die auf der Suche nach einem Betrieb sind, da sie in der eigenen Familie kein Hoferbe zu erwarten haben.

Ort der Begegnung sind bislang vor allem virtuelle, eher unpersönliche Hofbörsen, in denen Hofangebote und Gesuche geschaltet werden können. Benjamin Volz und seinen MitstreiterInnen des Ökojunglandwirte-Netzwerkes greift dieser Ansatz zu kurz. Mit ihrem Netzwerk organisieren sie in Zusammenarbeit mit der Stiftung Ökologie & Landbau bereits seit zwei Jahren das „Kontaktforum Hofübergabe“, eine Veranstaltung auf der sich Alt- und JunglandwirtInnen persönlich kennenlernen und erste Gespräche über eine mögliche Hofübergabe führen können.

„Aus den Rückmeldungen unserer TeilnehmerInnen wissen wir, dass die persönliche Chemie zwischen den Menschen ein ganz entscheidender Faktor ist, ob eine Hofübergabe letztendlich klappt oder nicht“, berichtet Benjamin Volz. „Genau das wird bei Hofbörsen bislang jedoch kaum beachtet. Aus den Anzeigen lässt sich meist kein persönlicher Eindruck von den Beteiligten gewinnen. Wir wollen deshalb eine Hofbörse aufbauen, die mit persönlichen Interviews, Bildern und Videos einen möglichst konkreten Einblick ermöglicht, welche Menschen und was für ein Betrieb hinter einer Anzeige stehen. Damit werden viele NutzerInnen schneller einschätzen können, ob eine weitere Kontaktaufnahme und eine Kennenlernzeit sinnvoll ist. Dass kann allen Beteiligten Zeit, Kraft und Kosten sparen“, so Volz.

Über das Hoftor hinaus gedacht

Mit ihrem Projekt wollen Benjamin Volz und seinen KollegInnen nicht nur die erfolgreiche Übergabe von Höfen unterstützen. In den Hofübergaben sehen sie zugleich die Chance zur Ausweitung der ökologischen Landwirtschaft. Wird ein konventioneller Betrieb in neue Hände übergeben, besteht dabei immer auch die Möglichkeit, dass dieser zukünftig ökologisch bewirtschaftet wird. Das liegt an der wachsenden Zahl der „ökologisch orientierten“ JunglandwirtInnen und daran, dass ein vielseitig aufgestellter Bio-Betrieb auch kleineren Höfen eine Zukunftsperspektive jenseits von „Wachsen oder Weichen“ bieten kann.

www.oeko-junglandwirte-netzwerk.de