VielfaltMais

Den Mais zurück auf den Teller bringen

Die Öko-ZüchterInnen Dr. Carl Vollenweider, Torben Becher und Anja Pregitzer von der „Forschung und Züchtung“ Dottenfelderhof bewerben sich mit dem Projekt „Entwicklung eines Polenta-Vielfaltmais“ für die BioMarkt-Förderpatenschaft 2017.

Um was geht’s?

Beim Stichwort Mais denken viele erstmal an Futtermais oder an Mais als Energiepflanze für Biogasanlagen. Genau das möchten die Öko-ZüchterInnen vom Dottenfelderhof mit ihrem Projekt nun ändern: Der Mais soll zurück auf den Speiseplan. Konkret wollen sie einen rötlichen Polenta-Vielfaltmais züchten, der den Konsum von Brotgetreide ergänzen kann und noch dazu glutenfrei ist. Den ZüchterInnen geht es beim neuen Mais aber noch um mehr: Nachbaufähig und vielfältig soll er sein. Was bedeutet das genau? Nachbaufähig heißt, dass Saatgut vermehrt werden kann und über Jahre hinweg meist stabile Erträge liefert. Vielfältig heißt, dass mehrere Linien miteinander gekreuzt werden und dadurch neue mischerbige Sorten mit vielfältigen Eigenschaften entstehen. Die ZüchterInnen gehen davon aus, dass diese vielfältigen Sorten sich z. B. besser an klimatische Veränderungen anpassen können. Mit der Förderpatenschaft möchten sie den Grundstein für die Zucht ihres Speisemaises legen und erste Maßnahmen, wie z. B. die Aufstellung eines Versuchsplans, finanzieren.

Hintergrund

„Forschung und Züchtung“ am Dottenfelderhof ist eine von nur wenigen bestehenden Einrichtungen in Deutschland, die biologisch-dynamisch Getreidesorten züchten. Carl Vollender betont, wie wichtig die Sensibilisierung für ökologisch gezüchtete Sorten ist. „Die Sorten fallen nicht einfach vom Himmel!“ Dahinter stecke viel Arbeit, die momentan noch völlig unterfinanziert sei. Die Entwicklung einer Sorte ist ein langer, kostenintensiver Prozess, der sich über Jahre hinweg ziehen könne.

Was treibt die Öko-ZüchterInnen vom Dottenfelderhof an?

Torben Becher: „Für mich ist es wichtig, dass Bio-Getreide auch unter ökologischen Bedingungen gezüchtet wird, weil die ökologische Zucht Grundlage für alle weiteren Produktionsschritte ist. Im Sinne des Kreislaufgendankens bedeutet das: Ökologischer Pflanzenbau beginnt mit ökologisch gezüchtetem Saatgut.“

Carl Vollender: „Für mich ist, speziell beim neuen Speisemais, wichtig, dass es kein Hybrid ist. Das finde ich etwas ganz Revolutionäres! Es gab bis vor wenigen Jahren noch fast keine Maissorten, die keine Hybride waren. Das heißt, es gab keinen Mais, den man einfach nachbauen konnte. Der Bauer konnte sein eigenes Saatgut nicht vermehren und war somit auf große Züchtungsfirmen angewiesen, die ihm den Mais lieferten. Das ist für mich problematisch und widerspricht dem Kreislaufgedanken des ökologischen Landbaus. Das wir nun zum ersten Mal, nach ganz langer Zeit, Vielfaltsorten entwickeln können, ist für mich eine große Motivation und eine große Sache.“

Weitere Informationen zu ökologischen und vielfältigen Sorten, sowie der Arbeit der Züchterinnen, finden Sie unter www.dottenfelderhof.de/forschung-zuechtung