BioMarkt-Förderpatenschaft: Salat-Saison erfolgreich abgeschlossen – erste Erkenntnisse zum Versuch

KeimungSala
Kleine Salatpflanzen
Salat wächst
Salat wächstGesc
Geschossene Salate
Ernte

22.10.2019

Unsere BioMarkt-Förderpatenschaft „Mit vereinten Gärten“ organisierte in den letzten Monaten einen groß angelegten Salat-Versuchsanbau. Von den hierbei gewonnenen Daten erhoffen sich die Projektverantwortlichen neue Erkenntnisse über den Mehltaubefall bei Salaten.
Zudem sollen in einem weiteren Schritt neue, ökologische Salatsorten gezüchtet werden, die eine bessere Resistenz gegenüber Mehltau in sich tragen und dadurch über viele Jahre anbauwürdig bleiben. Insgesamt wurde der Versuch an mehr als 760 Standorten in ganz Europa umgesetzt.


Auch uns war es wichtig, das Projekt nicht nur finanziell, sondern auch ganz pragmatisch zu unterstützen. So haben auch wir uns am Versuchsanbau beteiligt. Hier sind die wichtigsten Ergebnisse und Erkenntnisse einmal zusammengefasst:


Säen, Pflanzen und Wachsen

Mit dem Anbau sieben verschiedener Salatsorten begannen wir am 1. Juli, einem sonnig-warmen Tag. Das Saatgut in praktischer Pillenform konnten wir ganz einfach in die Pflanzschalen füllen.

Fortschritte ließen nicht lange auf sich warten, so dass die ersten Keimlinge schon nach wenigen Tagen das Tageslicht erblickten. In den anschließenden vier Wochen wuchsen sie zu kleinen Salatpflänzchen heran, die am 31. Juli ausgepflanzt werden konnten.

Etwa 210 Salate aus sieben verschiedenen Sorten wuchsen nun in den folgenden zwei Monaten im Freien heran, um für die bevorstehende Datenerfassung wichtige Ergebnisse zu liefern.


Die Bonitur

Mitte September gingen wir zum wichtigsten Teil unseres Versuchs über: der Bonitur. Durch regelmäßige Kontrollgänge untersuchten wir die Salatpflanzen auf einen möglichen Mehltaubefall.

Bei der Bonitur begutachtet man die Salatpflanzen „von unten her“. Mehltau ist durch grau-weiße Pilzfruchtkörper zu erkennen. Zudem lassen sich im Falle eines Befalls auf der Blattoberseite gelbe Verfärbungen feststellen. Nicht verwechseln sollte man Mehltau mit anderen Arten des Fäulnisbefalls oder auch mit sortenspezifischen Flecken, die bei manchen Salatsorten über den gesamten Salat verteilt auftreten können.

Für unsere erste Bonitur konnten wir an unseren Salatsorten keinerlei Anzeichen für Mehltau feststellen. Ein Grund dafür könnte sein, dass der Herbst insgesamt sehr sonnig begann, so dass es der Mehltau nicht gerade leicht hatte.

Allerdings konnten wir auch in den folgenden Wochen, in denen es deutlich unbeständiger und nasser wurde, bei den weiteren Kontrollgängen an keiner der Salatsorten Mehltau feststellen. Stattdessen fingen vier der sieben Sorten in der Folgezeit mit dem Schießen an.

Als Schießen bezeichnet man den Vorgang, wenn sich der Salatkopf in die Länge streckt. In der Folgezeit begann er dann zu blühen. Ab dem Zeitpunkt des Schießens ist der Salat in der Regel nicht mehr verzehrfähig, da er dann häufig einen bitteren Geschmack ausbildet.


Versuchsabschluss und Erkenntnisse

Auch bis zur Beendigung unseres Versuchs Anfang Oktober konnten wir an keinem der Salate Anzeichen von Mehltau feststellen.

Für unseren Standort bedeutet dies, dass die angebauten Salate für diesen gut geeignet sind und die verwendeten Sorten nicht sofort befallen werden. Das zunächst sonnige und milde Wetter hat hier bestimmt ebenfalls zum Ausbleiben von Mehltau beigetragen.

Die ermittelten Ergebnisse sind für die weitere Auswertung des Gesamtversuchs sowie für die nächsten Schritte bei der Züchtung sehr bedeutend, so dass wir diese zum Abschluss an eine zentrale Datenbank weiterleiteten. Nach Auswertung der mehr als 760 europaweiten Versuchsfelder werden sich sicherlich erste Erkenntnisse und Schlüsse zum weiteren Vorgehen für die Züchtung neuer, ökologischer, gegen Mehltau resistenter Salatsorten ziehen lassen.

Einen schönen Nebeneffekt gab es zum Abschluss unseres Versuchs: die nicht geschossenen Salate konnten noch verzehrt werden.