Drei denn’s-Azubis aus Hamburg erzählen von ihrem Besuch auf dem Bio-Betrieb

Ein Highlight des Hofbesuchs: Die Besichtigung und Fütterung der Hühner (von links die Auszubildenden: Robin, Susanna und Cheyenne).

 

Seit der Vergabe der Förderpatenschaft 2017 an den Ökomarkt e. V. im Februar diesen Jahres ist viel passiert. Zahlreiche Berufsschulklassen haben bereits Bio-Betriebe im Umland von Hamburg besucht. Der Ökomarkt e. V. hat sich mit seinem Projekt „Mehr Bio für Berufsschulen“ unter anderem zum Ziel gesetzt, Auszubildende auf die Höfe zu holen, damit sie die vielfältigen Berufsfelder der Bio-Branche kennenlernen. Wie haben die SchülerInnen ihren Tag auf dem Bio-Betrieb erlebt? Dazu haben wir Cheyenne, Robin und Susanna gefragt. Alle drei sind Auszubildende in denn’s Bio-Märkten in Hamburg und besuchten Anfang Juni mit ihrer Berufsschulklasse den Bioland-Betrieb Gut Wulksfelde.

 

Einführung zum Ökolandbau

Angekommen am Hof, erklärte Projektkoordinatorin Christina Zurek den Auszubildenden in einem kurzen Theorieblock den Betriebskreislauf des Hofes und was den Ökolandbau so besonders macht. Ziel der Hofbesichtigung war es, den SchülerInnen die Praxis im Ökolandbau näher zu bringen und sie über Inhalte des Ökolandbaus und über die heutige Problematik der intensiven Landwirtschaft aufzuklären. Christina Zurek will die SchülerInnen zum Nachdenken und auch kritischen Hinterfragen aktueller Entwicklungen anregen. Nach der Theorieeinheit folgte die Hofbesichtigung. Erste Station: die Hof-Bäckerei.

 

Robin, was hat dich am meisten begeistert?

„Ich fand den ganzen Tag super! Angefangen von der Bäckerei – da war es spannend einen direkten Einblick in die Produktion zu bekommen und dem Bäcker über die Schulter zu schauen“.

Nachdem einige Auszubildende erzählten, dass ihre Ausbildungsbetriebe das Brot von Gut Wulksfelde beziehen, entstand unter den SchülerInnen eine rege Diskussion darüber, welches der 25 verschiedenen Brotsorten bei den Kunden im Laden am beliebtesten sei. Viele fragten sich auch, wie voll ein Brotregal am Ende eines Verkaufstages noch sein muss und wie Brotabfälle vermieden werden können. Auch die Bäckerei auf Gut Wulksfelde nimmt täglich nicht verkauftes Brot zurück und verfüttert es an die Schweine.

 

Tiere auf Gut Wulksfelde

Mit Altbrot in den Händen ging es für die Azubis weiter zu den Schweinen. Von denen war Cheyenne besonders beeindruckt:

„Ich war noch nie auf einem Bio-Bauernhof und hätte nicht gedacht, dass der Hof so groß und vielfältig ist. Die Tiere so nah zu erleben, fand ich super! Ich finde es gut, dass sie mehr Platz zur Verfügung haben“.

Zwei Hofmitarbeiter, die sich um die Tiere kümmern, erklärten den SchülerInnen wie wichtig ausreichend Platz für die Tiere ist, um ihr arteigenes Verhalten ausleben zu können. Neu war für viele, dass Schweine sehr reinliche und ordnungsliebende Tiere sind und ihren Stall in klar getrennte Bereiche zum Fressen, Liegen und Koten einteilen. Neben den Schweinen leben noch 2.400 Legehennen auf Gut Wulksfelde. Die Hühner sind in Mobilställen untergebracht, die immer wieder versetzt werden, damit die Tiere die ganze Weide nutzen können. Für Susanna waren die Hühner das Highlight des Tages: „Ich fand es super, dass wir direkt in den Auslauf gegangen sind und die Tiere füttern durften“.

 

Vielfalt im Gemüsegarten

Von den Tieren ging es zur Gemüsegärtnerei. Susanna fielen hier die unterschiedlichen Pflanzen auf: „Die Vielfalt der verschiedenen Sorten hat mich überrascht!“

Anfang Juni entdeckten die Auszubildenden bereits erste Tomaten und Gurken und konnten Rauke, Radieschen und Salat ernten. Im Anzuchthaus erklärte Christina Zurek was es mit den vermehrbaren, sogenannten samenfesten, Sorten auf sich hat und wie wichtig diese für den Erhalt der verschiedenen Kultur- und Nutzpflanzen sind.

 

Vermarktung und Verkauf

Neben den Produktionsschwerpunkten Tier und Pflanze, lernten die BerufsschülerInnen abschließend die verschiedenen Vermarktungswege des Hofes kennen. Dort gibt es, neben der Direktvermarktung (Hofladen und Wochenmärkte), einen eigenen Lieferservice. Kunden können im Onlineshop ihre Produkte bestellen und bekommen sie nach Hause geliefert.

„Dass man online biologische Lebensmittel bestellen kann, war neu für mich. Spannend fand ich auch die Packstation, wo die Produkte für die Kunden zusammengestellt werden“ erzählt Cheyenne.

Zurück im Seminarraum konnten sich die Auszubildenden noch mit frischem Brot aus der Bäckerei, Aufstrichen und Gemüse aus der hofeigenen Gemüsegärtnerei stärken, bevor es wieder nach Hause ging.

 

Was nehmt Ihr mit von Eurem Tag auf Gut Wulksfelde?

Robin: „Ich bin auf jeden Fall schlauer geworden. Durch die Gesprächsrunden über die verschiedenen Schwerpunkte im Biolandbau konnte ich viel dazu lernen!“

Cheyenne: „Neue Eindrücke! Ich kann unseren Kunden bei Fragen zur Herkunft der Produkte nun besser Auskunft geben, weil ich vor Ort auf einem Biohof war und es selbst erlebt habe“.

Susanna: „Viele Informationen die mich weitergebracht haben und die ich jetzt auch an Kunden weitergeben kann. Ich finde es gut nun ein Bild von einem Biohof vor Augen zu haben, und weiß jetzt zum Beispiel wo die Eier herkommen“.

Ein rundum gelungener Tag mit einer netten und interessierten Klasse" so auch Christina Zurek.

 

Weitere Hofbesichtigungen mit Berufsschulklassen sind nach den Sommerferien ab September geplant.