Neue BioMarkt-Förderpatenschaft angelaufen

03.05.2019

Heute stellen wir Ihnen unsere neue BioMarkt-Förderpatenschaft „Mit vereinten Gärten“ vor. Die Schweizer Initiative möchte zusammen mit 1000 Gärtnerinnen und Gärtnern aus ganz Europa, neue, ökologische Salatsorten züchten und sucht noch bis zum 15. Juni weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Im Folgenden beantworten wir alles Wissenswerte zu unserem neuen Projekt.

1. Was verbirgt sich genau hinter „Mit vereinten Gärten“?

„Mit vereinten Gärten“ engagiert sich in der biodynamischen Neuzüchtung und Erhaltung von Salatsorten. Vorrangiges Ziel ist die Vielfalt der Sorten. Diese werden gezüchtet, um gesunde Lebensmittel mit Geschmack, Nährwert und innerer Qualität zu erhalten. Zudem wird Wert auf den gesellschaftlichen Kontext genommen. Durch das Projekt soll auch die Saatgutunabhängigkeit gefördert werden, so dass Saatgut allen Menschen zugänglich ist.


2. Wie entsteht für das Projekt neues Saatgut?

Für die Züchtung neuer Sorten werden zunächst Kreuzungen hergestellt. Aus diesen entsteht im weiteren Verlauf eine breite Vielfalt, aus der dann die besten Typen selektiert werden und über einen Prozess von mindestens sechs Jahren neue Sorten entstehen können. Saatgut für die Salatzüchtung wird in den Gewächshäusern in Rheinau gezüchtet. Nach der Saatgutreinigung wird es im Saatgutlager bis zur Aussaat im nächsten Jahr aufbewahrt.


3. Was ist Mehltau?

Mehltau ist eine gravierende Krankheit im Bio-Salatanbau. Da im Bioanbau keine synthetischen Pestizide verwendet werden, können Ausfälle nur durch resistente Sorten verhindert werden. Jedoch ist der Mehltaupilz ein sehr wandlungsfähiger Erreger, der in Europa in vielen unterschiedlichen Stämmen auftritt. Er passt sich neu eingekreuzten Resistenzen an. Das macht aufwändige Züchtungsprogramme notwendig, um immer wieder im Jahresturnus neue Resistenzen zu finden.


4. Wie viele Salatsorten werden von "Mit vereinten Gärten" unter die Lupe genommen?


In diesem Salatprojekt werden ca. 30-40 Linien an sehr vielen Standorten getestet. Diese Linien wurden von Sativa zuvor schon auf die richtige Form selektiert, wie zum Beispiel Kopfbildung oder die richtige Größe.


5. Was braucht mein Salat, um zu wachsen?

Salat ist ein Mittel- bis Schwachzehrer und bedarf nur wenig an ökologischem Dünger. Zu achten ist auf die richtige Pflanzdichte, von ca. 10-11 Pflanzen pro Quadratmeter. Salat braucht zudem genügend Wasser und muss bei Trockenheit gewässert werden.


6. Wie pflege ich den Salat beim Wachsen?


Salat wird am besten vorgezogen. Man sät also erst in Saatschalen und pflanzt die Jungpflanzen dann im richtigen Abstand ins Feld. Danach sollte der Salat von Unkraut freigehalten werden. Grundsätzlich ist Salat einfach zu kultivieren. In Hausgärten können aber Schnecken Probleme machen, die den Salat genauso gerne essen wie wir.


7. Nach der Ernte: Muss der Boden für die nächste Saison aufbereitet werden?


Nach der Salaternte kann eine Gründüngung eingesät werden. Das fördert das Bodenleben.

8. Wie kann ich mich am Projekt beteiligen?

„Mit vereinten Gärten“ sucht noch bis zum 15. Juni interessierte Gärtnerinnen und Gärtner, die sich gerne an diesem spannenden Projekt beteiligen möchten. Prinzipiell kann jeder mitmachen, egal ob Profi oder Laie. Weitere Informationen zu unserer neuen BioMarkt-Förderpatenschaft und die Anmeldung zum Projekt finden Sie unter: https://www.mit-vereinten-gaerten.org/



Hintergrund: Die Zukunftsstiftung BioMarkt ist eine gemeinsame Initiative der BioMarkt-Verbundgruppe und von denn´s Biomarkt. Für insgesamt zwei Jahre fördert sie im Rahmen der jährlich vergebenen BioMarkt-Förderpatenschaft das Projekt „Mit vereinten Gärten“ der Sativa Rheinau mit insgesamt 48.000 €. Neben der finanziellen Unterstützung, wird das Projekt auch inhaltlich, z.B. im Rahmen von Öffentlichkeitsarbeit unterstützt.